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Nach zehn Jahren

Irgendwie werden doch alle älter. Die anderen immer mehr als man selber. Aus Jungs werden richtige Kerle, aber manche bleiben, zum Glück, wie sie immer waren: Kinder eben. Ich hoffe, ich gehöre dazu. Dass bei mir nicht das Kinderkriegenfernsteuerungsprogramm läuft lobe ich, da ich gesehen habe, wie aus Mädchen Muttis werden. Da dreht sich alles nur um das eine, und das ist viel schlimmer als bei Männern, bei denen sich ja ohnehin immer alles um Sex dreht.

Zum nächsten Klassentreffen werden wir vielleicht einen Tisch der Kinderlosen aufstellen, und wer dann in zehn Jahren immer noch dort sitzt, ist dann gleich ein Outlaw. Mein Vorschlag, in die Adressliste unseres Abi-Jahrganges gleich den Familienstand und die Anzahl der Kinder einzutragen um der lästigen und unverschämt indiskreten Fragerei aus dem Weg zu gehen, stieß als Reaktion nur auf ein Lächeln. Vielleicht hätten einige sonst ja gar nichts zu erzählen. Ich habe aber etwas gelernt über Comics (von Sandra), Globus (den Supermarkt / von Enrico), Promovieren in Berlin (von Torsten), Klatsch und Tratsch (von Karin) und wie sich manche doch noch machen (… / … / …). Vielleicht hefte ich mir in fünf oder zehn Jahren ein Schild an um unbotmäßige Anfragen abzublocken?

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